Die NATTERNBUSCHER ÄNDERUNGSDENKEREI präsentiert:


Vom Chatter und siner Fru

(emanzipierte Version)

Vierzeiler von Johann Kowalczik mit dem Endschema aabb, in denen beide vorkommen müssen. Der eine im ersten Teil, der andere im Zweiten:

"O Chatzelein,was tust du grade?
Komm doch mal her, mir ist so fade."
Vergeblich schallt des Gatten Klage:
Sie nimmt sich ihre Forentage.

Die Chatterin ereifert sich
im Chat mal wieder fürchterlich.
Ihr Mann denkt sich dabei: "Auweia!
Das gibt heut wieder harte Eier!"

Der Chatter findet nicht ins Bett
und sudelt sich im Internet.
Sein Weib ist darob ungehalten
und zupft nervös an ihren Falten.

Ein Chatter, ohnehin im Chatlag
kriegt heute wieder mal sein Fett weg
von seinem Weib, das ungeartet,
schon länger mit dem Essen wartet.

Der Max war ein einfaches Wesen.
Für den gabs nur Chat oder Tresen.
Und sollte er wieder sein Weib mal beglücken,
dann schnallte ein Notebook er ihr auf den Rücken.

Als Lady Chatterly, oha,
ist sie die Forendomina.
Daheim, da ist sie klein mit Hut,
was den Gemahl nicht stören tut.

Der Chatterin, Marke fünfzigplus
verschaftt´s nunmal höchsten Hochgenuss
im Chat sich mit Fraun auszutauschen.
Ihr Mann darf da grade mal lauschen.

Eine Turbochatteuse aus Wacken,
die klagt über Schmerzen im Nacken.
Da macht sie ihr Gatte vergnügt an:
„So wie man sich chattet, so quiekt man.“

Es chattet gefühlvoll der Andy
rund um die Uhr mit dem Handy –
mit seiner Freundin Chiara
und ner Nebenfrau aus der Sahara.

Zum Chattertreffen treffen sich
die Ina und der Friederich.
Und ihre Partner schiedlich friedlich,
die machen sich´s im Chat gemütlich.

Beim Radiohören sinnt Marei,
was denn ein Chatter- Nougat sei.
Da stöhnt ihr Mann: "Du dumme Chatkuh,
das heißt doch CHATTANUGA choo choo!"

Siamesische Zwillinge lebten auf Rügen.
Der eine tat gern sich im Flirtchat vergnügen.
Der andre fragt manchmal dann zwecks Diagnose:
Was schreibst du da hinten, uns juckts in der Hose?"

 

Der Chatter pflügt als Pseudomacker
von früh bis spät manch Forenacker.
Sein Weib, an sich ne geile Schnitte,
derweil im Chat sucht ihre Mitte.

Bei Chatters funzt nunmal die Libido
oral und dabei coram publico.
Doch trauen damit sie sich nicht aus dem Haus.
Drum toben sie voll sich bei Facebook aus.
"Weib, stör mich nicht," raunzt Fritz, der Chatter,
""sonst setzt es gleich ein Donnerwetter!"
Da kriegt sein alter Quälgeist schnell Manschetten
und lässt danach sofort meist den Mann chatten.
  Der Tag für Rosa ist gerettet,
wenn sie im Lesbenforum chattet.
Nur wenn ihre Partnerin zu dabei schaut,
dann ist ihr die Freude am Chatten versaut.
Der Tag für Anna ist gerettet,
wenn sie nach Feierabend chattet.
Ihr Männe geht dann mit der Nachbarin kegeln
Jajadoch, ich weiß schon: Ihr dachtet zum Segeln.
Der Tag für Otto ist gerettet,
wenn er nach Feierabend chattet.
Sein Goldstück geht derweil zum ..... Schwimmen.
Wozu auch sonst? Der Reim muss stimmen!

 

CHATTERICKS*:

Es lebte ein Spötter im Marschenland,
der keinen dort mehr zum Verarschen fand.
So wurde der Spötter
zum eifrigen Chatter,
den mancher im Net als zu harsch empfand.
In Chatrooms wie auch in den Foren
bleibst oftmals du nicht ungeschoren.
Kaum bist du ein User,
fühlst du dich als Looser:
So werden Net-Monster geboren
Innem Chatroom, da wird es oft hitzig.
und - da anonym - schön giftspritzig.
So zoffte sich ein Nick OLAUS
mit nem CHRISTKIND aus dem Nachbarhaus.
Als es rauskam, wars garnicht so witzig.
Packt nachts die Elvira das Grauen,
oder ist sie nur schwer am Verdauen,
gehts raus aus dem Bett
und rein in den Chat -
zu den anderen schlaflosen Frauen.
Karl Erwin wird abends erst munter.
Dann sucht er Zerstreuung mitunter
im Chat bei den Schwulen,
spielt dort dann den Coolen
und holt sich dabei einen Gunter.
Rolf holte sich im Chat nur Patentrezepte,
mit denen sein Antlitz er arg aufpeppte.
Alles setzte er in Marsch,
doch eins war dann für den Arsch -
worauf sein Interesse im Nu abebbte.
Klaus trachtet in allen Ehren
die Heiden per Chat zu bekehren.
Sein strammes Weib, keineswegs fromm,
stöhnt auf: "Ach du lieber Gott, komm!
Ich möchte mich endlich vermehren!"
Horst chattet mit Eva im Ehebett.
Das leerte den Akku im Nu ihr komplett.
"Ich bräuchte Deinen Stecker!"
"Geh mir nicht auf den Wecker!",
raunzt Horsti. Das war aber garnicht nett!!
Mister X. war im Chat voll der Bringer,
doch er brachte es nur mit dem Finger.
Denn klingelts mal bei ihm,
zeigt per Mund und mehr intim
seine Wirkung sich weitaus geringer.
Was wäre, wen jedermann chattet?
Wär dann die Gesellschaft gerettet?
Ich vermags nicht zu sagen,
doch Kopf ,Hals und Kragen
hätt darauf ich niemals verwettet.
Natternbusch Inside:

Es chattete nach genauester Prüfung
ein Hadler über Containerverschiffung.
Das war zwar erbaulich
wiewohl unverdaulich,
doch nützte es nichts gegen Elbvertiefung.

Natternbusch Inside:

Die Lorelei vom Alten Deich,
die chattet sich die Finger weich,
derweil in der Offen´schen Hörn
sich verebayt der geizige Jörn.
Der Frust, der ist bei beiden gleich.

Die gründlich versingelte Grete,
hat echt keinen Bock mehr auf Fete:
Sie kniffelt im Chat
per Flat aus dem Bett,
und spart Kilos, Klamotten und Knete.
Ein Pärchen, ich glaub aus Saas-Fee
vertrug sich nur via EffBee
von der Morgentoilette
bis abends im Bette:
Der Rest war nur kalter Kaffee.
Ne Chatterin aus Niederzwehren
wohnt jetzt bei nem User aus Göhren.
Nach nem chattigen Web- Intermezzo
da fanden sie sich internett so,
dass sie wagten, nen Router zu sharen.
 

*CHATTERICKS = Limmericks zum Thema CHATTEN von Johann Kowalczik

Brainchatting**:

Ob mit , ob ohne Glatze -
alles bukkt jetzt Fatze!
Die Ehe währte leider leider
nur bis zur Hochzeitsnacht
Da hat sich nämlich einer beider
vollhals totgelacht.
Die Jungfrau mag den Eiger prima leiden,
darob tut ihn der Mönch ganz doll beneiden.
Er stürzt verzweifelt sich vom Matterhorn:
Schon wieder haben sie nen Mönch verlorn!
Der Beamte beamte sich ...
Scheiße! Wohin eigentlich?
Eins war klar: Es reichte ihm
nur ein Schlückchen vom Jim Beam.
Ohne Trauer keine Freude,
ohne Abscheu kein Genuss,
keine Hoffnung ohne Ängste,
nix Gescheites ohne Stuss:
So ereignen sich die Tage
zwischen Überfluß und Not
Merkst du es, bist du am Leben.
Merkst du nichts, bist du schon tot.
Freunde sind oft leicht zu finden
für die Tauben oder Blinde
Und meist ist die Freude schon arg getrübt,
wenn der Blindenhund knurrt und das Hörgerät piept.
Doch auch im Vollbesitz der Sinne
verspricht die Suche Hauptgewinne,
denn manche findet man bisweilen
auch zwischen Tönen oder Zeilen.
Es ist, wer hat. Es hat, wer ist.
Es sei denn, er wär Kommunist.
So einer von der edlen Sorte
mit kleinem Sold und großem Worte.
Zu haben, ohne groß zu sein
bedarf gewisser Trickserein.
Zu sein hingegen ohne Habe
ist eine ungewisse Gabe.
Ist der Mann zu lahm zum Rumba,
schaut im Fernsehn lieber Humba
täterää zum Rumlumumba,
widmet sich sein Weib dem Zumba.
Zumba?
Ja, my Lord!
Zumba?
Ja!

Gute Worte
sind die Pforte
zu Dorthe.
Karl war von jener Sorte,
die ohne Worte
schmorte.

Ich bin, weil ich denke.
Ich denke, weil ich bin.
Die Sache mit dem Denken,
die krieg ich locker hin.
Ich denke zwar nicht gerne vor,
doch ohne Zweifel nach.
Ich denk auch mit und denke an -
und oft an Ungemach.
Hab ich auch manchmal den Verdacht,
gedankenlos zu sein,
dann denk ich irgendwas mir aus,
mich irgendwo hinein.
Mit Denken hab ich voll zu tun.
Mit Tun? Ich denke NEIN.
Wozu auch? Dafür gibt es den
Wohltätigkeitsverein.
Manchmal- glaub ich- wär auch ich
gern so`n Wörterwänderich.
Mit benebelnden Wokabbeln
tät ich unaufhörlich sabbeln,
wallte Walle, grabte Graben
mittels Bücher voller Staben,
schrieb und redete mit Verve
an die Eisengitter Schärfe,
textverrammelte die Pforten
um mich ant dort zu verworten
gegen alles, gegen jeden,
wohlvernetzt in Stolperfäden,
und und und - wo war ich gleich?
Ach egal: Tangententeich!!

Altersweisheit

Die Zeiten werden älter,
die Füße werden kälter.
Es zwickt in den Kaldaunen:
Da kann man nur noch staunen!

Und wird das Staunen öde,
denkt man sich:"Alter Schwede!
S´wird Zeit, das was geschieht!"
Und schon ist man zu müd.

Was folgt, ist meist Gezeter -
vermutlich übers Wetter!
Auch an der Politik
verübt man gern Kritik,
wenns vorn und hinten juckt
und da, wos nicht soll, zuckt.
Doch darüberhinaus,
schweigt man sich besser aus.
Nun merkt, wer sich empört,
meist nicht, ab wann er stört,
und kriegt in vollem Lauf,
gewaltig einen drauf.
Fortan gilt sein Bestreben
nur noch dem Überleben.
Da wird so rasch nicht mehr die Luft dick:
Was groovig war, das wird jetzt gruftig.
Und mit Skalpell und Medizin,
da kann sich soowaaas gaaaanz schööööön ziiiiieeehn.

Wennze tot biss, bisse tot.
Wennze lebs, dann lebse.
Wennze dich dazwischen fühlss,
gehts dir uffn Kekse.

Wennze Glück hass, hasse Glück.

Wennze Pech hass, pechste!
Haste zwischendurch mal nix,
machts nix - dat verwächste!

Was dem einen sein Eagle,
das dem andern sein Igel.
Egal, was es sei:
Sei zufrieden dabei!

Ich bin nix ,und ich habe nix,
und nix is los mit mir.
Ich weiß auch garnix über mich:
Soviel verrat ich Dir.

Was du morgen
kannst besorgen,
das vergeude
nicht heude!

Das Wichtige im Menschenleben
lernt sich durch Sein und Tun allein:
Wer lieber wie ein Ochse büffelt,
kann letztlich auch nur Rindvieh sein!

**BRAINCHATTING = Braingestormtes aus diversen Chats von Johann Kowalczik

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