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Die NATTERNBUSCHER ÄNDERUNGSDENKEREI präsentiert:


In den Chats und in den Foren
geht so mancher Reim verloren,
den sich so mancher Chatter macht.
Was meist spontan sich ausgedacht,
birgt oftmals geniale Züge
von Todesernst bis Lebenslüge,
von Atemzwischendurchanhaltung
bis Hyperaggressionsentfaltung,
von vollgenant bis höchst intim,
mal mit, mal ohne Pseudonym.
Was internett im Kopf mir keimt,
ob wohlver- oder ungereimt,
ob ehrlich oder hintertrieben,
hingegen wird stets aufgeschrieben
um es dann nebenher zu speichern
und meine Homepage zu bereichern.

Vom Chatter und siner Fru

(emanzipierte Version)

Vierzeiler von Johann Kowalczik mit dem Endschema aabb, in denen beide vorkommen müssen. Der eine im ersten Teil, der andere im Zweiten:

"O Chatzelein,was tust du grade?
Komm doch mal her, mir ist so fade."
Vergeblich schallt des Gatten Klage:
Sie nimmt sich ihre Forentage.

Die Chatterin ereifert sich
im Chat mal wieder fürchterlich.
Ihr Mann denkt sich dabei: "Auweia!
Das gibt heut wieder harte Eier!"

Der Chatter findet nicht ins Bett
und sudelt sich im Internet.
Sein Weib ist darob ungehalten
und zupft nervös an ihren Falten.

Ein Chatter, ohnehin im Chatlag
kriegt heute wieder mal sein Fett weg
von seinem Weib, das ungeartet,
schon länger mit dem Essen wartet.

Der Max war ein einfaches Wesen.
Für den gabs nur Chat oder Tresen.
Und sollte er wieder sein Weib mal beglücken,
dann schnallte ein Notebook er ihr auf den Rücken.

Als Lady Chatterly, oha,
ist sie die Forendomina.
Daheim, da ist sie klein mit Hut,
was den Gemahl nicht stören tut.

Der Chatterin, Marke fünfzigplus
verschaftt´s nunmal höchsten Hochgenuss
im Chat sich mit Fraun auszutauschen.
Ihr Mann darf da grade mal lauschen.

Eine Turbochatteuse aus Wacken,
die klagt über Schmerzen im Nacken.
Da macht sie ihr Gatte vergnügt an:
„So wie man sich chattet, so quiekt man.“

Es chattet gefühlvoll der Andy
rund um die Uhr mit dem Handy –
mit seiner Freundin Chiara
und ner Nebenfrau aus der Sahara.

Zum Chattertreffen treffen sich
die Ina und der Friederich.
Und ihre Partner schiedlich friedlich,
die machen sich´s im Chat gemütlich.

Beim Radiohören sinnt Marei,
was denn ein Chatter- Nougat sei.
Da stöhnt ihr Mann: "Du dumme Chatkuh,
das heißt doch CHATTANUGA choo choo!"

Siamesische Zwillinge lebten auf Rügen.
Der eine tat gern sich im Flirtchat vergnügen.
Der andre fragt manchmal dann zwecks Diagnose:
Was schreibst du da hinten, uns juckts in der Hose?"

Frustriert gibt Klaus Dieter sich einen Ruck
und postet ausführlich bei Fatzebuck,
dass täglich sein Weib ihn mit andern betrügt.
Das schafft Resonanz und macht beide vergnügt.

Der Chatter pflügt als Pseudomacker
von früh bis spät manch Forenacker.
Sein Weib, an sich ne geile Schnitte,
derweil im Chat sucht ihre Mitte.

Bei Chatters funzt nunmal die Libido
oral und dabei coram publico.
Doch trauen damit sie sich nicht aus dem Haus.
Drum toben sie voll sich bei Facebook aus.

"Weib, stör mich nicht," raunzt Fritz, der Chatter,
""sonst setzt es gleich ein Donnerwetter!"
Da kriegt sein alter Quälgeist schnell Manschetten
und lässt danach sofort meist den Mann chatten.

  Der Detlef freut sich in der Tat,
dass er 100 Facebookfreunde hat.
Sein Horst drauf: "Meinetwegen kann er.
Davon sind 99 Spanner!"

Der Tag für Rosa ist gerettet,
wenn sie im Lesbenforum chattet.
Nur wenn ihre Partnerin zu dabei schaut,
dann ist ihr die Freude am Chatten versaut.

Der Tag für Anna ist gerettet,
wenn sie nach Feierabend chattet.
Ihr Männe geht dann mit der Nachbarin kegeln
Jajadoch, ich weiß schon: Ihr dachtet zum Segeln.

Der Tag für Otto ist gerettet,
wenn er nach Feierabend chattet.
Sein Goldstück geht derweil zum ..... Schwimmen.
Wozu auch sonst? Der Reim muss stimmen!

 

CHATTERICKS*:

Es lebte ein Spötter im Marschenland,
der keinen dort mehr zum Verarschen fand.
So wurde der Spötter
zum eifrigen Chatter,
den mancher im Net als zu harsch empfand.
In Chatrooms wie auch in den Foren
bleibst oftmals du nicht ungeschoren.
Kaum bist du ein User,
fühlst du dich als Looser:
So werden Net-Monster geboren
Innem Chatroom, da wird es oft hitzig.
und - da anonym - schön giftspritzig.
So zoffte sich ein Nick OLAUS
mit nem CHRISTKIND aus dem Nachbarhaus.
Als es rauskam, wars garnicht so witzig.
Packt nachts die Elvira das Grauen,
oder ist sie nur schwer am Verdauen,
gehts raus aus dem Bett
und rein in den Chat -
zu den anderen schlaflosen Frauen.
Karl Erwin wird abends erst munter.
Dann sucht er Zerstreuung mitunter
im Chat bei den Schwulen,
spielt dort dann den Coolen
und holt sich dabei einen Gunter.
Rolf holte sich im Chat nur Patentrezepte,
mit denen sein Antlitz er arg aufpeppte.
Alles setzte er in Marsch,
doch eins war dann für den Arsch -
worauf sein Interesse im Nu abebbte.
Klaus trachtet in allen Ehren
die Heiden per Chat zu bekehren.
Sein strammes Weib, keineswegs fromm,
stöhnt auf: "Ach du lieber Gott, komm!
Ich möchte mich endlich vermehren!"
Horst chattet mit Eva im Ehebett.
Das leerte den Akku im Nu ihr komplett.
"Ich bräuchte Deinen Stecker!"
"Geh mir nicht auf den Wecker!",
raunzt Horsti. Das war aber garnicht nett!!
Mister X. war im Chat voll der Bringer,
doch er brachte es nur mit dem Finger.
Denn klingelts mal bei ihm,
zeigt per Mund und mehr intim
seine Wirkung sich weitaus geringer.
Was wäre, wen jedermann chattet?
Wär dann die Gesellschaft gerettet?
Ich vermags nicht zu sagen,
doch Kopf ,Hals und Kragen
hätt darauf ich niemals verwettet.
Natternbusch Inside:

Es chattete nach genauester Prüfung
ein Hadler über Containerverschiffung.
Das war zwar erbaulich
wiewohl unverdaulich,
doch nützte es nichts gegen Elbvertiefung.

Natternbusch Inside:

Die Lorelei vom Alten Deich,
die chattet sich die Finger weich,
derweil in der Offen´schen Hörn
sich verebayt der geizige Jörn.
Der Frust, der ist bei beiden gleich.

Die gründlich versingelte Grete,
hat echt keinen Bock mehr auf Fete:
Sie kniffelt im Chat
per Flat aus dem Bett,
und spart Kilos, Klamotten und Knete.
Ein Pärchen, ich glaub aus Saas-Fee
vertrug sich nur via EffBee
von der Morgentoilette
bis abends im Bette:
Der Rest war nur kalter Kaffee.
Ne Chatterin aus Niederzwehren
wohnt jetzt bei nem User aus Göhren.
Nach nem chattigen Web- Intermezzo
da fanden sie sich internett so,
dass sie wagten, nen Router zu sharen.
In sorgsam gechatteten Zeilen
versprachen sie alles zu teilen
bei Facebook. Da kam es zum Streik:
Beim ersten entfallenden "like"
war nichts an der Freundschaft zu heilen.

*CHATTERICKS = Limmericks zum Thema CHATTEN von Johann Kowalczik

Brainchatting**:

Ob mit , ob ohne Glatze -
alles bukkt jetzt Fatze!
Die Ehe währte leider leider
nur bis zur Hochzeitsnacht
Da hat sich nämlich einer beider
vollhals totgelacht.
Die Jungfrau mag den Eiger prima leiden,
darob tut ihn der Mönch ganz doll beneiden.
Er stürzt verzweifelt sich vom Matterhorn:
Schon wieder haben sie nen Mönch verlorn!
Der Beamte beamte sich ...
Scheiße! Wohin eigentlich?
Eins war klar: Es reichte ihm
nur ein Schlückchen vom Jim Beam.
Ja, so ist es immer wieder.
Auch hier kommt`s, wie`s kommen muss:
Hat der eine `ne Blockade,
führt`s beim andern zum Erguss!
Ohne Trauer keine Freude,
ohne Abscheu kein Genuss,
keine Hoffnung ohne Ängste,
nix Gescheites ohne Stuss:
So ereignen sich die Tage
zwischen Überfluß und Not
Merkst du es, bist du am Leben.
Merkst du nichts, bist du schon tot.
Freunde sind oft leicht zu finden
für die Tauben oder Blinde
Und meist ist die Freude schon arg getrübt,
wenn der Blindenhund knurrt und das Hörgerät piept.
Doch auch im Vollbesitz der Sinne
verspricht die Suche Hauptgewinne,
denn manche findet man bisweilen
auch zwischen Tönen oder Zeilen.
Es ist, wer hat. Es hat, wer ist.
Es sei denn, er wär Kommunist.
So einer von der edlen Sorte
mit kleinem Sold und großem Worte.
Zu haben, ohne groß zu sein
bedarf gewisser Trickserein.
Zu sein hingegen ohne Habe
ist eine ungewisse Gabe.
Ist der Mann zu lahm zum Rumba,
schaut im Fernsehn lieber Humba
täterää zum Rumlumumba,
widmet sich sein Weib dem Zumba.
Zumba?
Ja, my Lord!
Zumba?
Ja!
Kurz vorm Verlieren der Balance,
fiel Justitia in Trance.
So bewahrte Contenance
brachte sie um eine Chance -
sei es auch nur eine vage -
loszulassen jene Waage,
deren Hilfe jede Frage
nach dem Sinn von jeder Klage
eigentlich bedürfen sollte.
Doch wer weiß, ob sie das wollte,
ob sie gar womöglich schmollte
und im Herz vortieflich grollte?
Schließlich sei sie unentbehrlich,
denn wer sei denn heut noch ehrlich?
Nein, das wär ihr nicht erklärlich
und zudem auch zu gefährlich
bei den vielen Selbstgerechten,
die in dunklen Bregenschächten
Wahrheiten von andern ächten
und dabei an sich nur dächten.
Mir hingegn wird just klar,
dass die Ansteckungsgefahr
so `ner Trance offenbar
größer als vermutet war.
Statt `ner neuen Formulierung
setze ich auf Neujustierung
und hoffe, dieser Wagemut
tut.....
Weder - noch

Willst etwa du stark sein, dann heißt man dich kämpfen.
Bist du aber schwach, dann brauchst du es nicht.
Du musst auch keine Erwartungen dämpfen.
so wird dir zur Kür, was andern zur Pflicht.

Fürwahr, von Natur aus strebt mensch nach der Macht:
Aus Be- wird dann oft Überhauptung.
Dann muss er hinein, wo´s am lautesten kracht:
Die besten erwischt´s - wenn man´s glaubt - jung.

Vermeintlicher Schwachheit muss mancher sich beugen,
das Wasser schleift Steine zwar sanft, doch gewiss.
Wer stark ist, der scheut sich nicht Schwäche zu zeigen
und geht seinen Weg auch mit Loch im Gebiss.

Drum sag, was bedeutet schon schwach oder stark?
Da lohnt sich von doch kein Gewese?
Ob Sahne- nun oder ob Magerquark:
Im Grunde ist beides nur Käse.

Manchmal- glaub ich- wär auch ich
gern so`n Wörterwänderich.
Mit benebelnden Wokabbeln
tät ich unaufhörlich sabbeln,
wallte Walle, grabte Graben
mittels Bücher voller Staben,
schrieb und redete mit Verve
an die Eisengitter Schärfe,
textverrammelte die Pforten
um mich ant dort zu verworten
gegen alles, gegen jeden,
wohlvernetzt in Stolperfäden,
und und und - wo war ich gleich?
Ach egal: Tangententeich!!
Runzeln, Furchen, Ecken, Kanten
prägen Autocogitanten.
Glatt und rund hingegen bleiben
jene, die sich nicht vertreiben
ihre Zeit mit derlei Possen,
die hingegen unverdrossen
dies den Pferden überlassen
und sie höchstens dafür hassen,
wenn das Resultat verdrießlich.
Wofür hat man sich denn schließlich
kontenant zurückgehalten?
Dräuende Gedankenfalten
werden im Ernstfall weggeduckt
oder mit Esotox verfugt.
So lebt denn, wer sich dran erfreut,
pferdacht in alle Ewigkeit!
Stur und gefangen im Freiheitsstreben
werde ich wenig vom Leben erleben,
werde im Drang, alle Regeln zu meiden,
zwingend die Freiheit von andern beschneiden,
die sich dagegen dann ihrerseits wehren.
Leicht lässt sich freilich das Chaos vermehren,
wenn sie im frei radikalen Haufen
fehlende Hemmung als Freiheit verkaufen.
In Anbetracht solcher Verwirklichungsschlachten
bin gern ich so frei, auch mal Regeln zu achten.
Einigkeit und Recht und Freiheit

Wenn auf der Welt alle einig sich wären,
wäre die Einigkeit unbekannt.
Im Streit auch mal auf und dann zu zu hören -
das wär gewiss schon allerhand.

Wenn nimmermehr ein Unrecht geschähe,
wäre das Recht völlig unbekannt.
Gnade vor Recht insgeheim zu erwägen -
das wär gewiss schon allerhand.

Wenn allesamt in Freiheit lebten,
wäre die Freiheit unbekannt.
Toleranz miteinander zu üben -
das wär gewiss schon allerhand.
Liebesgedicht

Aus vollem Herzen - so pflegt man zu lieben.
Ich liebe zumeist aus dem Bauch heraus.
Wird Liebe mir erst durch den Magen getrieben,
wirkt sich das direkt auf die Liebido aus.
Doch kommt mal `ne andere Vorliebe rüber,
dann fühl ich mich durchaus latent lieberal.
Oh, gäb es doch mehr noch von meinem Kalieber!
Was guckst du jetzt? Zöliebatärst du?Egal!

Ich weiß wohl, dass ich nichts weiß
und gewöhne mich daran.
Somit hilft nur noch Glauben
- just an alles - was ich kann.
Der Zweifel stellt die Frage,
was denn nun so glaubenswert,
und was unbedachter Weise
besser sich zum Teufel schert.
Irgendwie hab ich gefunden:
"Glaub vor allem erst an Dich!"
Und ich schreib es unumwunden:
Damit fühl ich besser mich.
Die Wiese, befreit von den Eismatschschorfen,
zeigt wieder mal trostlos sich maulgeworfen.
Der Mäher blitzt neugierig aus der Garage,
der Schredder des Nachbarn versetzt mich in Rage.
Die Rosenstöcke begehren der Schere,
ein Vogel erweist seinem Namen die Ehre.
Zwar ist des Laubbaums Haupt immer noch nackig,
doch frierts in den Nächten nicht mehr so knackig.
Die Tage tendieren zur brauchbaren Länge:
Der Frühling kommt offenbar jetzt in die Gänge.
Fasnacht, Fasching, Karneval:
Maskerade überall!!
Oder etwa grade nicht?
"Kommt das wahre Angesicht
nur in dieser Zeit zum Tragen?"
bin ich ernsthaft mich am fragen.
Auch mal so sein, wie man möcht`,
innendrin sowie außenrum echt,
bedarf es gewaltiger Mühen, fürwahr -
das reicht dann voll für ein paar Tage im Jahr.
Der Karnevalsmuffel - ohne Problem -
verkörpert das "Drinnen wie draußen!" - System.
Der Homo erkennt sich als "sapiens"
und findet sich auskömmlich klug.
Ihn kümmert nicht, wie er auf andere wirkt -
da ist er sich selbst voll genug.
Nur er sei das Maß und er schaffe allein
einen spirituellen Spagat.
Pantoffeltierchen haben dafür
nur Wimpernzucken parat.
Scheint ein Machwerk dir verhunzt,
taugt es immer noch als Kunst.
Such nur mit gezielter Brunst
den Kenner ohne blassen Dunst,
der mit erles`ner Bildung strunzt
und stumpf für alles Beifall grunzt!
Ich bin, weil ich denke.
Ich denke, weil ich bin.
Die Sache mit dem Denken,
die krieg ich locker hin.
Ich denke zwar nicht gerne vor,
doch ohne Zweifel nach.
Ich denk auch mit und denke an -
und oft an Ungemach.
Hab ich auch manchmal den Verdacht,
gedankenlos zu sein,
dann denk ich irgendwas mir aus,
mich irgendwo hinein.
Mit Denken hab ich voll zu tun.
Mit Tun? Ich denke NEIN.
Wozu auch? Dafür gibt es den
Wohltätigkeitsverein.
Vom Unsinn des Lebens

Elterlichen Wunsch erfüllen,
um der freien Kindheit Preis,
Leib und Seele zu verknüllen
voller Angst vorm Abstellgleis:
Was man konnte, kann und könnte,
das poliert nur die Fassade
auf fragilem Fundamente,
und man denkt sich: "Oh, wie schade!"
Lernen um des Lernens willen,
dass man etwas besser weiß,
lexikale Lüste stillen,
Wissen liefern auf Geheiß:
Auf die Dauer wirkt nun freilich
Bildungsbürgers ganzer Stolz
ausgesprochen papageilich,
und man fragt sich matt "Was solls?"

Die Sinnfrage

In der Frage nach des Lebens Sinn
steckt jede Menge Unsinn drin.
Das Leben lebt sich, wie es ist,
in einer unbestimmten Frist,
sofern du die nicht selbst beschränkst
und damit alle jene kränkst,
denen unbedingt daran gelegen ist,
dass du möglichst lange am Leben bist.
Ihr Sinn ist ebenso starr wie auch schwach,
doch denken Betreffende kaum drüber nach.
Wer´s ahnt, hält sich damit ncht auf
und lässt dem Leben seinen Lauf.

Sammel dich!

Einsam sein, wer mag das schon?
Sam meln hilft da aus der Patsche.
Hast du schließlich acht davon
und noch keinen an der Klatsche,
hält man dich für kompatibel,
nähert sich behutsam an
und nimmt dir fast garnichts übel.
wird womöglich mitteilsam.
Willst die Achtsamkeit du toppen,
wirst du einmal neunsam sein.
Bist du furchtsam, könnt es floppen.
Biegsamkeit bringt wohl mehr ein.
Mit Beredsamkeit verstärken
wär ein Tipp, der wirksam klingt.
Melle Sams! Du wirst schon merken,
was der Sammeltrieb dir bringt.

Geistesblitz

Dem Menschen ist sein Bregen
nicht unbedingt ein Segen.
He takes him high,
he brings him down:
Das gilt für Männer
UND für Fraun.

Hau Kacke!

Wenn einer auf die Kacke haut,
dann hat er vorher was verdaut,
sofern es seine eig`ne Kacke.
Ansonsten wär` es eine Macke,
die nur bewirkt die Stirn zu runzeln,
wogegen man durchaus mit Schmunzeln
zur Kenntnis nimmt den Selbstversuch.
Das reicht sogar für manch ein Buch.
Ob "on demand", ob nur zum Hören:
Das würde dann nicht wirklich stören.

AA

Als der Forenweisheit oft letzter Schluss
offeriert sich der Anus Anonymus.
Der pflanzt seinen Stuhl mitten in das Geschreibe,
um Ausdruck bemüht und gewissdoch beileibe
nicht halb so gelöst wie by Internet
und glaubt, keiner sieht seinen Kopf hinterm Brett.

Trostreim

Reimdunur, du wirst schon wissen,
was du letztlich davon hast.
Wenn die Leute auch geflissen-
tlich ob deiner Verse Last
sich vornehm im Hintergrund
halten sowie ihren Mund.

Get lucky!

The world goes round, the sky is blue!
the birds are singing, aber du?
Du dümpelst rum im eignen Saft.
Du glaubst ja nicht, wie mich das schafft!
Dir denkt in deinem Stimmungsgrabe,
was ich denn jetzt schon wieder habe?
Versetz dich mal in meine Lage,
denn dann erübrigt sich die Frage.
Weiß Gott, du solltest dich mal sehen,
dann würdest du mich auch verstehen.
In mir sei jede Zelle glücklich,
drum finde ich dich unerquicklich.
Be happy, and all things go better,
denn otherwise gibt`s Donnerwetter!!
You get now desderwegen lucky -
ein bisschen plötzlich, aber zacky!
Mit und ohne

Ein Mitmensch, den ewige Zweifel prügeln,
ergreift jeden Anlaß sich einzuigeln.
Man fragt sich, bar jeglicher Illusion:
" Lebt der noch, oder stirbt der schon?"
Ein Ohnemensch lässt den gelehrten Verein
der Götter in Weiß gute Männer sein,
bevorzugt bei Ojemine!
den Pu Errh - vor dem Em Errh -Tee,
lebt vorahnungslos in der Gegenwart
und hat einen Haufen an Kohle gespart,
wovon dann der Mitmensch enorm profitiert,
wenn wieder das Blut in den Adern gefriert.
Somit reicht für beide das Heilsangebot,
und letzlich sind doch alle beide gleich tot.
Tod und Beutel

Am Konto liegt es nicht, auf welche Art Du scheidest:
Der Tod kann gnädig wie auch grausam sein.
Doch ist bei Dir womöglich richtig viel zu holen,
verlängert er sich oftmal ungemein.
Es stirbt in Ruhe mit sich selbst zufrieden
in kurzer Frist manch bettelarme Kirchenmaus.
Von Schläuchen angekettet an Maschinen
keucht wochenlang manch Penunziant sein Leben aus.
Und stirbst Du hilflos und auf Dich allein gelassen
im momentan nicht grade prallen Irgendwo,
helfen Dir andre Werte, die Du Dir erworben
oder auch nicht. Das gilt dann so und so.
Besser nichts

Fragst du mich, was ich begehrte,
sag ich in der Regel "Nichts!"
Auch wenn dieses dich verstörte,
bleib dabei ich angesichts
voller Schränke, Keller, Kammern,
Bäuche, Städte, Straßen, Züge.
Ich will dies zwar nicht bejammern,
doch es nervt schon zu Genüge.
Unterstellst du mir hingegen,
dass zu anspruchsvoll ich sei,
rappelvoll mit Unvermögen
anzunehmen und dabei
ständig nur am leisen Lauern,
geil auf Zuspruch auch per Geste,
sag ich dazu mit Bedauern:
Nichts ist besser als das Beste!

Verdichtet sich ein Gefühl,
verdichtet sich
manches.
Manches
aber auch nicht
in der Gedanken Gewühl.

Altersweisheit

Seniorenforen

Bist du digital bewandert?
Hast du sonst nix um die Ohren?
Warst du immer hart im Nehmen?
Log dich in Seniorenforen!
Machst du das nicht nur "mal eben",
weil du was zu sagen hättest,
kannst ratzfatz du was erleben!
Ganz egal, was du auch chattest.

Undercover abgetastet
wirst du erst mal ignoriert.
Digitales Stirnerunzeln
hindert, weil es provoziert.
Selbst wenn du auf andre eingehst,
gehst du manchmal furchtbar ein:
Stramme Altseniorenforer,
putten raus und ungern rein.

Hat man Bildung oder Meinung,
dass du sie in Frage stellst?
Drücke lieber schnell auf EXIT,
eh du auf die Nerven fällst.
Maulaffen sind eine Lösung:
Die hältst du am besten feil.
Paarst du´ s mit devotem Nicken,
schaffst du dir ´nen Platz am Seil.

Irgendwann bemerkst du langsam:
"Das ist wohl ein Griff ins Klo?
Nix wie weg aus diesem Laden!"
- oder du wirst auch noch so.
Eigentlich gibt´s nix zu wundern:
Wer sich eh am Ende sieht,
braucht sich nicht mehr zu benehmen,
ganz egal, was auch geschieht.

Digitale Gruftfamilien
muss man eben klaglos mögen!
Meine Meinung dazu lautet:
FACEBOOK ist echt Gold dagegen!

Die Zeiten werden älter,
die Füße werden kälter.
Es zwickt in den Kaldaunen:
Da kann man nur noch staunen!
Und wird das Staunen öde,
denkt man sich:"Alter Schwede!
S´wird Zeit, das was geschieht!"
Und schon ist man zu müd.

Was folgt, ist meist Gezeter -
vermutlich übers Wetter!
Auch an der Politik
verübt man gern Kritik,
wenns vorn und hinten juckt
und da, wos nicht soll, zuckt.
Doch darüber hinaus,
schweigt man sich besser aus.

Nun merkt, wer sich empört,
meist nicht, ab wann er stört,
und kriegt in vollem Lauf,
gewaltig einen drauf.
Fortan gilt sein Bestreben
nur noch dem Überleben.
Da wird so rasch nicht mehr die Luft dick:
Was groovig war, das wird jetzt gruftig.
Und mit Skalpell und Medizin,
da kann sich soowaaas gaaaanz schööööön ziiiiieeehn.

Wenn ich JA sag, sag ich JA.
Sag ich NEIN, dann nein ich.
Wenn ich mir nicht sicher bin,
sag ich nur. "Das mein ich."

Wennze JA sachst, sachste JA!
Sachste NEIN, dan neinste.
Wennze dir nich sicher biss,
fluchste oder weinste.

Wennze tot biss, bisse tot.
Wennze lebs, dann lebse.
Wennze dich dazwischen fühlss,
gehts dir uffn Kekse.

Wennze Glück hass, hasse Glück.
Wennze Pech hass, pechste!
Haste zwischendurch mal nix,
machts nix - dat verwächste!

Wennze nix tust, tuste nix.
Machste was, dann machste.
Tuste nix und macht sich was,
macht es nix, dann lachste.

Wennze dünn biss, bisse dünn.
Bisse dick, dann dickste.
Wennze so dazwischen biss,
wärste wohl die (der) Schickste.

Wenze Angst hass, hasse Angst
und wennnich, dannnich!
Wennze nich und aber doch,
isset blöd für dich!

Wennze bös biss, bisse bös.
Wennze lieb biss, liebste.
Wennze was dazwischen biss,
entscheid dich, und dann übste!

Wennze lieb biss, freut sich Gott,
bisse böös, der Teufel.
Wennze so dazwischen biss,
plagen sie die Zweifel.

Krankheitsbewusstsein

Infarktest du noch oder krebst du schon?
Oder bist du dement, und du weißt nichts davon?
Oder ist es bei dir etwa umgekehrt?
Ich hörte, du fühlst dich fast unversehrt?
Das kann doch nicht sein, so alt wie du bist!
Da haben sich andere längst schon verpisst!
Du bist noch zufrieden mit deiner Gestalt?
Dich lassen die warnenden Stimmen kalt,
die sich vor Sorge um dich überschlagen?
Nur keine Hektik: Ich darf doch mal fragen?
Du musst doch endlich auch mal an dich denken:
Der Krankenversicherung darf man nichts schenken,
wo die es doch vom Lebendigen nehmen.
Die gierigen Strolche, die sollten sich schämen!
Die stecken doch alle in einem Sack
mit Apotheker- und Ärztepack.
Du bringst es noch fertig und fällst einfach um!
Ich hör lieber auf, denn das wird mir zu dumm!

Du freust dich auf den Himmel,
vielleicht auch auf die Hölle.
Doch wenn dir nur zum Eulen ist,
dann kommst du ins Gewölle.

Tot zu sein
bedarf es wenig,
und wer tot ist,
den stört´s eh nich`.

Ich bin nix ,und ich habe nix,
und nix is los mit mir.
Ich weiß auch garnix über mich:
Soviel verrat ich Dir.

Was dem einen sein Eagle,
das dem andern sein Igel.
Egal, was es sei:
Sei zufrieden dabei!

Gute Worte sind die Pforte
zu Dorthe.
Karl war von jener Sorte,
die ohne Worte schmorte.

Was du morgen
kannst besorgen,
das vergeude
nicht heude!

Das Wichtige im Menschenleben
lernt sich durch Sein und Tun allein:
Wer lieber wie ein Ochse büffelt,
kann letztlich auch nur Rindvieh sein!

Du suchst nach dir selbst, und dir dient als Beleg,
manch kluges Zitat von bedeutender Sorte.
Hast du ihn gefunden, den eigenen Weg,
dann findest gewiss du auch eigene Worte.

Ihr fragt, wie es mir denn so geht?
Auf jeden Fall so, wie ihr seht.
Ihr fragt, was ich gerade mache?
Auf jeden Fall `ne krumme Sache.
Ihr fragt, was mit mir los wohl sei?
Auf jeden Fall ist nichts dabei.
Erwachsen zu werden bedeutet Vertrauen
zu seiner eigenen Meinung zu finden,
sich nicht nuan schlaue Zitate zu bir nden
und furchtlos über den Schutzwall zu schauen.

Erwachsen zu werden bedarf es der Mühen
sich geistig vom gärenden Gestern zu lösen,
statt folgsam im Schoß von Familien zu dösen
und nur aus Bequemlichkeit nieder zu knieen.

Erwachsen zu werden ist nichts für Genante.
Es zerrt an den Nerven und scheint nie zu enden.
Das artige Kind scheut den Schmutz an den Händen
und gibt ungeniert sich dann lieber die Kante.
Der Filosoof
ist auch nur doof-
wenn auch auf eig`ne Weise.
Die Wahren bleiben leise.
Die Möchtegerne aber
ergehn sich im Gespräch.

oder so.
Lebst du noch oder sorgst du schon vor,
IGELst dich ein und verwartest
endlose Zeit, die dir trotzdem noch bleibt?
Wenn du dir dieses erspartest,
könnte im abendbesonnenen Licht
manch heller Stern noch erfunkeln.
Drängeln sich Schatten auf deinem Gesicht,
schwindet dein Lebtag im Dunkeln.
Fragst du : "Warum muss das überhaupt sein?
Wem nützen künstliche Wolken?"
Einfach gesagt: "Das Prinzip leuchtet ein!
So wirst du besser gemolken."
 

Rückblick: Vorsicht!

Leicht untertriffst du wohl die Gürtellinie
dem, dem die Hose bis zum Halse steht.
Schwer fällt der wohlgemeinte Tritt ins Eingemachte,
wenn ihm dabei der Arsch auf Grundeis geht.
Das wär ein guter Grund, sich bei ihm rauszuhalten,
doch kribbelt es, wenn er von dir geschätzt.
Ich aber rate dir: "Lass Vorsicht walten!
Was nützt es dir, wenn du dich selbst verletzt?"

**BRAINCHATTING = Braingestormtes aus diversen Chats von Johann Kowalczik

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